16. Juli 2015

Igel im Garten

Vor längerer Zeit haben wir bereits über die Gewohnheiten und Vorlieben der Igel berichtet, die oft unsere Gärten bevölkern. (Siehe: „Ein Herz für Igel“ – Stichwort Igel, „Der Igel und seine natürliche Nahrung“ – Stichwort Igel-Nahrung).

In diesem Kapitel wollen wir uns die Gartenzäune ansehen, die den Igeln häufig das Leben schwer machen, manchmal aber auch das Wandern von Garten zu Garten erleichtern.



Igel im Garten



Vor einem Jahr im Hochsommer traf ich beim Abendspaziergang mit meinem Hund eine andere Tierfreundin, die nach ihrem Kater Ausschau hielt. Wie es so ist, wenn sich Tierfreunde treffen,
wir standen vor ihrem Vorgarten und plauderten. Es war schon recht dunkel und Zeit zum nach Hause Gehen. Plötzlich sah ich wie auf dem Gehweg, auf dem wir standen, etwas Kleines, Dunkles rasch in unsere Richtung eilte. Eine Maus war es nicht, dafür war es zu groß, ein Ratte - nein es war kein bisschen scheu, kam direkt auf uns zu Ich machte meine Bekannte aufmerksam, sie konnte das Rätsel lösen. Es war ein Igel, der an uns vorbeimarschierte und sich zielstrebig der Tür des nächsten Gartens näherte. Die dortige Gartenbesitzerin und Tierfreundin fütterte die Igel das ganze Frühjahr und den Sommer über, was aus Tierschutzgründen natürlich abzulehnen ist , was die Igel aber gern in Anspruch nahmen.




Igel auf Wanderschaft


Für den Igel war es ein gefährlicher Weg zur Futterstelle. Was hätte ihm dabei nicht alles zustoßen können! Er musste einen Weg kreuzen, den manche Autofahrer zum Parken benutzten. Er konnte jeden Augenblick einen Hund treffen, der in ihm eine Beute sah. Viel einfacher wäre es für ihn gewesen, wenn er hinter den Wohnhäusern durch die Gärten zu seiner Futterstelle hätte gelangen können. Aber meist sind die Gärten durch Maschendrahtzäune, die fest im Boden verankert sind oder durch Metallzäune so gesichert, dass für Igel kein Durchkommen ist. Besonders schlimm ist es für den Igel, wenn er seinen Garten in der Nacht verlässt und überall im Wohnviertel auf Mauern stößt, die ihm das Weiterwandern verwehren. Wenn es sich dann noch um eine Igelmutter handelt, die ihre Igelkinder in einen anderen Garten zu einer neuen Nahrungsquelle führen will, dann wird es für alle lebensgefährlich.
Das Revier eines Igels ist je nach Qualität bis zu 4000 m² groß, das entspricht ca. 8 Gärten mit einer Größe von 500 m². Deshalb wäre es für die Igel wünschenswert, dass sie ohne Schwierigkeiten in den Nachbargarten hinüber wechseln könnten. Am einfachsten geht das, wenn die Grundstücksgrenze durch Hecken gebildet wird oder durch Holz- und Drahtzäune, die nicht ganz bis auf den Boden reichen. Wenn man einen neuen Garten anlegt und auf eine feste Einfriedung mit Betonsockel nicht verzichten will, kann man ein Igel großes Loch in die Betonmauer schneiden und so dem Igel einen Durchlass ermöglichen.




Gemauertes Fundament mit Hecke
Das Bodenniveau des Gartens ist höher als die Straße, der Igel kommt leicht heraus, aber nicht mehr hinein




 Natursteine, die lückenlos aufeinander liegen




Flache Steine an der Basis der Mauer, mit Pflanzen bewachsen und Lücken. Hier können Igel hinein und hinaus und sich auch verstecken.



Die untersten Steine liegen schräg und breite Spalten ermöglichen den Igeln ein bequemes Durchkommen




Sehr schönes, aber igelfeindliches Mäuerchen




 
Bei einem schmiedeeisernen Türchen oder einem Zaun muss man darauf achten, dass der verschnörkelte Zierrat nicht zu eng ist, damit die Igel nicht dazwischen stecken bleiben.




Igelloch in einem Betonfundament 



Bei einer treppenförmigen Mauer muss auch das Gefälle ausgeglichen werden.


Beate Buer-Weber








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