13. Juni 2018

Windmühlenopfer







Windmühlen
 20,7 Opfer pro Anlage in neun Monaten
Bericht von Dr. Friedrich Buer








So sieht der Naturschutz des BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger aus und so soll es nach seinem Willen noch jahrzehntelang weitergehen






Auf der 150. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft in Halle (Saale) 2017 berichteten Mitarbeiter der Schweizerischen Vogelwarte Sempach über Schlagopfer an Windmühlen. Die Arbeiten erfolgten im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Energie. Im Schweizer Jura wurden von März bis November 2015 an drei 150 m (mit Rotoren) hohen Anlagen die Schlagopfer im Umkreis von jeweils 100 m gesucht und zwar an 85 Tagen während  der neun Monate. Da die Opfer unter anderem durch Füchse, Wildschweine und Rotmilane schnell gefressen werden, legte man in regelmäßigen Abständen Testkadaver aus, um die Verlustquote abschätzen zu können. Die Kollisionsopfer waren vor allem nachts ziehende Kleinvögel, darunter etliche Goldhähnchen. Mit Radar wurde die Zahl der Anflüge an die Rotoren registriert und die Kollisionen anhand der gefundenen Opfer gezählt. Unter dem Strich ergaben sich 20,7 Opfer pro Windmühle im Beobachtungszeitraum von neun Monaten. Einzelheiten finden Sie im Tagungsband der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft 2017.


Allerdings ist der abgesuchte Umkreis von 100 m zu klein, weil die Rotorspitzen Geschwindigkeiten von 400 bis 450 km/h erreichen. Je nach Stellung der Rotoren fliegen die getroffenen Opfer unterschiedlich weit. Aus 150 m Höhe sicherlich weiter als nur 100 m. Darum dürfte die errechnete Zahl der Opfer noch größer sein.


Aber das Erschlagen von geschützten Vögeln ist nicht nur eine Frage von kommagenauen Kollisionsraten. Hier geht es um gesetzlich geschützte Arten, für die das Tötungsverbot gilt. Und es geht um die Liebe zu Tieren, um ihre Würde und den Schutz ihres Lebens. Sie werden sinnlos erschlagen durch hoch subventionierte „irrationale Sakralbauten“, wie der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn die Windmühlen nennt. Bereits am 26. Februar 2014 hat die regierungseigene „Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI)“ der Bundesregierung ein Gutachten zum EEG und damit auch den Windmühlen überreicht. In der Zusammenfassung steht: Das EEG sorgt also nicht für mehr Klimaschutz, sondern macht ihn deutlich teurer.“ Das wird seitdem sorgfältig verschwiegen, weil es „nicht hilfreich“ ist.
Und es geht um das Versagen der großen Naturschutzverbände in Deutschland. Ihre Spitzenfunktionäre werben für immer noch mehr Windmühlen, obwohl sie wissen, welches Massaker diese Anlagen Jahr für Jahr aufs Neue anrichten, denn ihre Betriebszeit gilt für mindestens zwanzig Jahre.  An ihrer Spitze steht Hubert Weiger, der Vorsitzende des BUND, mit 565.000 Mitgliedern der größte deutsche Naturschutzverband.
Schon am 23. Juni 2011 hält er in Berlin eine BUND – Pressekonferenz ab, auf der er zusammen mit dem Präsidenten des Bundesverband Windenergie e. V., Hermann Albers, Werbung für Windmühlen macht. Danach schreibt er immer wieder gemeinsam mit Albers Presseartikel z. B. in der Frankfurter Rundschau, in denen sich beide für die Verdoppelung der Zahl der Windmühlen aussprechen – dreister kann Lobbyismus nicht werden. Nur zwei Vögel pro Anlage und Jahr kämen um, sagt Weiger. Bei 28.000 Windmühlen sind das schon 56.000 erschlagene Vögel pro Jahr. Geht es nach Weiger sollen sich künftig doppelt so viele Windmühlen drehen und entsprechende doppelt so viele Vögel erschlagen werden, nämlich 112.000 pro Jahr. Leider sprechen die Opferzahlen, die auf der Jahrestagung der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft vorgestellt wurden, für ein Massaker ganz anderes Kalibers. Das ist das Fukushima, das Hubert Weiger und seine Seilschaften zu verantworten haben.

Dr. Friedrich Buer
Georg-Vogel-Str. 6
91413 Neustadt













19. Dezember 2017

Unser Sommer mit jungen Stockenten (2017)



Im Sommer 2015 und 2016 brütete eine Stockente bei uns im Garten auf einer kleinen Insel im Gartenteich. Ich habe im letzten Jahr bereits darüber berichtet. Sie finden den Artikel und die Bilder in diesem Blog unter dem Stichwort Brütende Stockente im Gartenteich.
Auch in diesem Jahr kam das Entenpaar wieder in unseren Garten. Sie waren sehr zutraulich, ließen sich füttern, dann fing die Ente an Eier zu legen und zu brüten, aber dieses Mal nicht in unserem Garten. Später erfuhr ich von einer Nachbarin, dass sie am Ende der Straße, in einer Entfernung von ca. 100 m, einen besseren Platz gefunden hatte, einen großen Teich, das Grundstück gut geschützt von Hecken, ganz ruhig, keine Autoverkehr, keine Hunde, keine Federball spielenden Kinder. Also eine vortreffliche Wahl! Sie brütete wieder 11 oder 12 Küken aus, verließ aber unmittelbar danach ihren Brutplatz und zog mit den Kleinen davon.
Anfang Juli mähte mein Mann das Gras um unseren Weiher mit der Sense. Plötzlich flog eine Ente, die am Rand des Weihers brütete, in Panik davon. 6 Eier lagen in ihrem Nest, das sie nicht mehr zudecken konnte. Mein Mann stoppte sofort seine Aktivitäten und siehe da, die Entenmutter kam am gleichen Nachmittag zurück und brütete weiter. Damit war diese Ecke des Gartens für alle weiteren Gartenaktivitäten tabu.
Am 15. Juli konnten wir dann die Entenmama auf dem Teich bewundern mit ihren 6 Kindern. War das eine Freude!





Entenmutter mit 6 Küken 15. 7. 2017



 Erster Ausflug ans Ufer des Gartenteiches 15. 7. 2017



Kleines Entchen 18. 7. 2017


 Die Mutter war sicher nicht die Ente, die 2015 und 2016 bei uns auf der Insel gebrütet hat, sie war zwar auch recht zutraulich, aber sie hatte keine Schwanzfedern. Nur eine einzelne Feder ragte unter den Flügeln hervor. Außerdem ist eine Zweitbrut bei Stockenten nicht üblich, nur wenn sie das erste Gelege durch einen Unglücksfall verloren haben.  Wir konnten die Entenmutter außer an dem fehlenden Schwanz auch noch daran erkennen, dass sie in den Schwimmhäuten beider Füße mehrere Löcher hatte. Wir beschlossen die Kleinen zusätzlich zu füttern (mit Haferflocken, Aufzuchtfutter für Entenküken und später  Weizenkörnern und Sonnenblumenkernen). Sie sollten möglichst kräftig sein, wenn sie den weiten Weg zu einer neuen Bleibe auf sich nehmen mussten.
Es ist immer ein kleines Wunder, wenn man sieht, wie die kleinen, gar nicht unbeholfenen Kerlchen sich im Weiher tummeln und ihr Futter suchen und finden. Grashalme, die vom Ufer ins Wasser hängen, wurden abgesucht, ebenso die Oberfläche der Seerosenblätter, die fast 2/3 der Teichfläche bedecken. Wenn sie etwas Essbares entdeckten, sprangen sie aus dem Wasser blitzschnell hoch, sie tauchten unter den Seerosenblättern hindurch oder 

drehten die Blätter um. Da unser Garten als Naturgarten angelegt ist, fanden die Entchen offenbar doch genügend Nahrung, obwohl die Zahl der Insekten stark zurückgegangen ist.
In den ersten Tagen krochen sie dann, wenn sie müde waren, unter die Flügel der Mutter. Als sie ein wenig größer waren, kuschelten sie sich zusammen oder saßen in Tuchfühlung nebeneinander am Ufer, immer liebevoll, aber auch streng von der Mutter bewacht. Wenn sie unser Zusatzfutter in der benachbarten Rasenfläche verspeisten, passte die Mutter immer in einiger Entfernung auf und fraß selbst erst, wenn die Kleinen satt waren.



 Entenmutter auf Seerose, sie bewacht die Kleinen am Ufer
8. 8. 2017


An der Futterstelle neben dem Teich
12. 8. 2017



Nach dem Essen ist gut ruhn  -  besonders im Schutz der Mama
15. 8. 2017


Wir haben einen zweiten Gartenteich auf der anderen Hausseite und einen kleinen Wassergraben, der die beiden Teiche verbindet. Überall suchten sie erfolgreich nach Essbarem. Später machten sie dann Ausflüge in den Garten, zuerst die Mutter und dahinter die Kinder im Gänsemarsch. Auf dem Rückweg zuerst die Küken und zuletzt die Mutter, die aufpasste, dass sie nicht herumtrödelten. 



Li. die Vogeltränke, die meist als Hundetränke dient. Auch darin baden die Entchen gerne 



Sie wandern über die Toreinfahrt zum zweiten Gartenteich
1.9. 2017 

Eines Tages bemerkte ich, dass die Seerose verschwunden war, kein Blatt war mehr übrig. Ich vermutete, dass mein Mann sie vielleicht verkleinert hätte, um den Entchen, die auf dem Teich Tauch- und Flugübungen vollführten, mehr Platz zu verschaffen. Aber falsch gedacht! Die Entchen hatten die Seerosenblätter einfach aufgefressen. Als Ersatz brachten wir ihnen Löwenzahnblätter, die sie sehr gerne fraßen, und Brennnesseln, die jedoch nicht so großen Anklang fanden, obwohl in Entenbüchern kleingehackte Brennnesseln gerne als Kükenfutter empfohlen werden.




Grünfutter für die Entchen 
19. 9. 2017



Die Entchen wurden immer kräftiger und größer. Sie verloren ihren Flaum und bekamen neue braune Federn mit einer wunderschönen Zeichnung, später kam auf dem Flügel ein blauer Spiegel mit weißer Umrandung dazu. Dann bildeten sich die Schwanzfedern aus. Nur ein Entchen bekam wie die Mama keinen Schwanz. Der fehlende Schwanz der Mutter war also nicht die Folge eines feindlichen Angriffs, z. B. eines Fuchses, wie wir ursprünglich dachten, sondern ein vererbtes Merkmal. Zuchtenten sollen in manchen Beständen auch schwanzlos sein, weil das die Massentierhaltung erleichtert. Im weiteren Verlauf konnten wir das Entchen dadurch von seinen Geschwistern unterscheiden, es war und blieb „unser Kleines“.




 Beim Planschen  31.8. 2017



Flugübungen  27. 8. 2017


Ungefähr zwischen dem 50. und 60. Tag löst sich der Familienverband auf, die Kleinen intensivieren  ihre Flugübungen, lange Wege müssen sie zurücklegen zum nächsten Wasser. Nicht alle sind gleich geschickt. Unser Kleinstes machte sich ganz früh auf den Weg zusammen mit einem Geschwisterchen. Leider war es aber noch nicht geschickt und nicht kräftig genug. So kam es, dass es in einem Nachbarsgarten eine Bruchlandung machte, es viel buchstäblich vom Himmel und der Gartenbesitzerin vor die Füße. Da es nicht weiterfliegen konnte, holte mein Mann es dort ab und führte es im Gänsemarsch wieder nach Hause. Es war sichtbar erleichtert.


Schließlich waren alle weg, aber einzelne kamen auch immer wieder zu uns zurück.  Wir fanden auch den Teich, zu dem sie von uns aus geflogen waren, in einer Entfernung von ungefähr 1 ½ km. Das Schönste aber ist, dass 3 von ihnen, darunter auch unser Kleines regelmäßig jeden 2 Tag kommen – bei jedem Wetter, den Tag am Teich ihrer Kindheit verbringen und sich natürlich auch Futter holen. Auch unsere Hunde sind der Ansicht, dass sie zur Familie gehören und wundern sich auch nicht, dass sie gerne in der Hundetränke baden, wo sie doch in unserem Garten soviel Wasser haben. 




Auf dem Chefstuhl   7. 10. 17




Diese drei kommen jeden zweiten Tag - man kann inzwischen auch Männlein und Weibchen unterscheiden  7. 12. 2017




Unser Lieblingsentchen - sie bleibt für uns die Schönste, auch ohne Schwänzchen 
22. 11. 17




Dr.Beate Buer-Weber
18. 12. 2017