21. Juli 2009
Von der Raupe zum Schmetterling.
Im Juni dieses Jahres fanden wir an einem Feldrain eine große Anzahl von Brennnesselpflanzen mit den schwarzen Raupen des Tagpfauenauges. Da zu erwarten war, dass der Bauer sie mindestens zum Teil abmähen würde, um sich des "Unkrauts" und des "Ungeziefers" zu entledigen, brachen wir einige Stängel mit Raupen ab und legten sie zu Hause zwischen unsere Brennnessel. Die Umsiedlung machte keinerlei Probleme, innerhalb weniger Stunden hatten die Raupen ihre neue Umgebung erobert, sie machten Gespinste und häuteten sich.
Im Laufe der nächsten Zeit fiel uns aber auf, dass sich die Zahl der Raupen drastisch verringerte. Nur noch einzelne kletterten auf den Brennnesselstängeln und -blättern umher. Die Ursache war bald gefunden: Unser Star, der in unmittelbarer Nachbarschaft auf der Birke wohnt, fütterte seine Kinder damit und pflückte sich eine Raupe nach der anderen ab. So war das nun nicht gedacht. Um die letzten Raupen zu retten, stellten wir einige Pflanzenstängel in ein ehemaliges Terrarium, wo wir sie weiter beobachten konnten. Innerhalb weniger Tage verpuppten sich unsere vier verbliebenen Raupen zu wunderschönen hellgrünen Puppen mit golden Pünktchen.
Genau eine Woche später schlüpfte der erste Schmetterling und in der folgenden Nacht die restlichen drei. Sie ließen uns keine Zeit, sie anzusehen oder ein schönes Foto zu machen. Kaum wurde das Türchen zur Freiheit geöffnet, starteten sie in den blauen Himmel.
28. Juni 2009
Futterpflanzen, die Schildkröten gerne fressen.
Hier treten nun zwei Probleme auf: Wer kennt die aufgelisteten Wildkräuter, z. B. Giersch und Gänsedistel und wer weiß, wo sie wachsen, wenn er nicht selbst einen weitgehend naturbelassenen Garten hat, in welchem neben dem englischen Rasen auch Platz für sogenanntes "Unkraut" ist. Wildkräuter kann man in Stadtparks finden, an Waldrändern und überall, wo keine Herbizide angewandt werden. An Wegrändern neben Feldern und Wiesen wird man kaum etwas finden. Diese Wildkräuter sind auch durch Düngung zu sehr belastet.
Ideal ist, wenn die Schildkröte im Garten (unter Aufsicht) ihr Futter selbst suchen kann. Ansonsten muss man ihr, wenn man ihre Ernährung umstellen will, das, was für sie gut ist, eben immer wieder anbieten. Schildkröten sind sehr eigen, wenn sie ein bestimmtes Futter gewöhnt sind. Etwas Neues lehnen sie meist erst einmal ab. Wie Kinder, die ihr gewohntes Nutellabrot nicht gegen Gurkenschnittchen tauschen wollen, auch wenn sie noch so gesund sind.
Man darf außerdem nicht vergessen, dass die Schildkröten auch auf eine ausreichende Kalziumversorgung angewiesen sind. In freier Natur geschieht dies über mineralhaltigen Boden, Knochen oder Schneckenhäuser. In menschlicher Obhut sollten Sepiaschulp, abgekochte Eierschalen (das Eihäutchen innen soll danach entfernt werden) oder auch leere Schneckenhäuser oder Muschelschalen zum Benagen angeboten werden.
Löwenzahn wird von allen Schildkröten sehr gerne gefressen, den kennt jeder. Auch Klee ist eine beliebte Futterpflanze. Einige weitere Pflanzen, die sie gerne verspeisen, möchte ich hier abbilden.
Klatschmohn
Blatt von wildem Wein
Mauerpfeffer
Schildkröte mit Habichtskraut
Eine andere Sedum (Mauerpfeffer) Art
Gänsedistel/Sonchus
Giersch
Schildkröte mit zerkleinerten Eierschalenzur Deckung des Kalziumbedarfs
13. April 2009
Komposthaufen und Tierschutz
Was hat ein Komposthaufen mit Tierschutz zu tun? Sehen Sie sich diese Käfer an. Der eine ist ein Nashornkäfer und zwar ein Männchen, der andere ein Weibchen mit nur angedeuteten „Nashörnern“. Und die zwei übereinander sind Rosenkäfer bei der „Käferproduktion“, die allerdings anders funktioniert als seinerzeit bei VW. Nashornkäfer sind etwa 3 - 4 cm groß, Rosenkäfer ein wenig kleiner, aber immer noch viel größer als die meisten anderen Käfer. Beide können fliegen, wenn auch nicht besonders gut, doch mit eindrucksvoll tiefem Brummen und erscheinen im Sommer bei sonnigem Wetter.
Männchen des Nashornkäfers
Weiblicher Nashornkäfer
Rosenkäfer bei der Paarung
Doch wo sind sie vorher? Sie leben als Larven in Komposthaufen verborgen und überall da, wo größere Mengen an Pflanzenresten liegen und zerfallen. Von diesen Pflanzenresten ernähren sie sich und helfen sie zu kompostieren. Diese Engerlinge ähneln den Käfern überhaupt nicht und ihr gekrümmter Körper erscheint prall und fett und ist bis auf den dunklen braunen Kopf ganz weiß. Erst wenn der Kompost umgesetzt wird, fallen sie auf und mancher ist erschrocken. Dabei kann man sie unbesorgt anfassen und auch sonst sind sie ganz harmlos.
Engerling des Rosenkäfers
Deshalb bitte nicht erschlagen, denn sie verpuppen sich irgendwann, oft erst nach Monaten oder gar Jahren und aus den Puppen schlüpfen dann die Käfer! Die Puppen sind ganz unscheinbar und sehen wie Erdklumpen aus, sind aber innen mit Seide ausgesponnen. In der Puppe verwandelt sich der Engerling in einen prachtvollen Käfer, wie im Märchen der Frosch in einen Prinzen!
Rosenkäferpuppen. Eine ist aufgeschnitten und der Engerling auf dem Weg zum Rosenkäfer ist zusehen.
Was tun, wenn man Engerlinge oder Puppen im Kompost entdeckt? Einfach wieder vorsichtig mit Kompost zudecken, weil Licht und Trockenheit ihnen schadet und sie für Vögel eine Delikatesse sind. Für alles andere sorgt dann die Natur.
Eier der Ringelnatter
Frisch geschlüpfte Ringelnatter in Kinderhand, mit dem typischen gelben Halskragen.
Erwachsene Ringelnatter, mit gelbem Kragen und runder Pupille
Ringelnattern nutzen die Wärme des Komposthaufens und lassen darin ihre Eier ausbrüten. Sie sind völlig harmlos, leben von Fröschen, Mäusen und anderen Kleintieren und sind schon von Weitem an den gelben Flecken hinter dem Kopf und an den runden Pupillen zu erkennen, wenn man sie aus der Nähe beobachten kann. Aber sie sind sehr scheu und flüchten sofort, denn gnadenlose Totschlägerei über Jahrhunderte hat offenbar nur die ganz scheuen Ringelnattern überleben lassen. Heute sind wir klüger. Eine Ringelnatter im Garten ist eine Auszeichnung für den Gärtner oder die Gärtnerin.
Dr. Friedrich Buer















