16. März 2013

Vogelnester vor Nesträubern schützen

Nesträuber wie der Marder wollen auch leben und ihre Jungen aufziehen. Als Jäger erbeuten sie alles, was sie erbeuten können, dazu gehören auch die Eier und die Brut von Vögeln. Doch die Vögel gleichen diese Verluste durch entsprechend zahlreiche Nachkommen aus und auch die Jäger haben ein Problem: Je mehr sie erbeuten, desto weniger bleibt übrig und desto schwieriger wird es, weitere Beute zu machen. Letztlich bestimmt die Zahl der Beutetiere die Zahl der Jäger. Das System reguliert sich also selbst. Eingreifen braucht niemand. Soweit die Biologie.

Wir aber wollen nicht, dass Marder, Eichhörnchen, Elstern, Eichelhäher oder Spechte die Vogelbrut aus ihrem Nest räubern. Wir wollen helfen, das ist menschlich und auch nicht zu ändern. Was also tun? Nichts zu tun, wäre logisch, aber auch nichts für unsere Gefühle. Also müssen wir uns auf einen Kompromiss einlassen und es den Räubern schwerer und der Beute leichter machen.

Freibrüter
verstecken ihre Nester gut und sind am Nest sehr heimlich, denn sie wissen um die Gefahr, von Nesträubern entdeckt zu werden. Da hilft es, wenn wir die Vögel während der Brutzeit nicht stören und z. B. keine Hecken, Sträucher oder Bäume schneiden. Im Garten sollten wir Ruhezonen lassen, die zur Brutzeit nicht betreten oder gar aufgeräumt werden. Das ist wichtig auch für Bodenbrüter. Ein naturnah gestalteter und nicht zu sehr gepflegter Garten hilft den Vögeln und vielen anderen Gartenbewohnern.

Höhlenbrüter
genießen in ihrer Bruthöhle oder ihrem Vogelkasten einen vielen besseren Schutz. Das ist auch der Grund, warum ihre Jungen oft laut betteln, was für die Brut der Freibrüter lebensgefährlich wäre. Aber die Sicherheit in der Bruthöhle kann trügen, denn Marder und Eichhörnchen können in das Flugloch greifen und die Brut herauszerren und ist das Flugloch zu groß, kommen auch Spechte, Elstern und Eichelhäher zum Zug. Vogelkästen, die an einem Mast, einer glatten Hauswand oder an einem Draht frei hängen, sind trotzdem von Mardern und Eichhörnchen problemlos zu erreichen.

Vogelkasten reinigen
Wird der Vogelkasten nicht gereinigt, bauen die Vögel das neue Nest auf das alte und die Brut rückt gefährlich nah ans Flugloch. Nur Stare machen im Frühjahr selber sauber. Bei der Reinigung im Herbst oder Winter, sollte man behutsam vorgehen, damit man nicht Siebenschläfer oder andere Wintergäste stört. Gelegentlich nutzen Wespen oder Hornissen den Vogelkasten. Deren Nester kann man im Herbst bedenkenlos entfernen, denn sie werden nicht wieder benutzt.

Guten Schutz bieten konstruktive Maßnahmen,
die verhindern, dass Nesträuber die Eier oder die Brut herausholen können. Die folgenden Bilder zeigen einige Beispiele.

Vogelkästen im Herbst reinigen, weil das neue Nest auf das alte gebaut wird und die Brut gefährlich nah an das Flugloch kommt. Das entfällt bei Starenkästen, denn der Star macht den Hausputz im Frühjahr selbst.

Die Fluglöcher wurden zusätzlich verlängert. Das geht auch bei Einzelkästen. Dieser Dreierkasten ist ein Angebot an Sperlinge, die gern in Kolonien brüten. Die Blaumeise kümmert das nicht.

Ein Vorbau macht die Brut unerreichbar. Das bietet sich für Neubauten an.

Der Feldspatz hat eine sichere Bruthöhle gefunden. Der Aufsatz verlängert das Flugloch.

Dieses Flugloch hat ein Buntspecht auf gemeißelt.

Das aufgemeißelte Flugloch wurde durch einen Aufsatz mit einem neuen Flugloch repariert: Für den Buntspecht eine neue Herausforderung, denn er hat es mit hartem Eichenholz zu tun.
Zusätzlich wurde ein Sonnenschutz montiert.

Vogelkästen werden auch von Siebenschläfern genutzt. Deshalb sollte man bei der Reinigung im Herbst oder Winter behutsam vorgehen (Foto von Klaus Rüffer, Lahntal)

Dr. Friedrich Buer











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